Lehrgang für Archivkunde, Paläographie und Diplomatik

Bozen ist eines von insgesamt 17 italienischen Staatsarchiven, wo im Sinne des Dekretes des Präsidenten der Republik Nr. 1409 vom 30. September 1963, Art. 14, eine sogenannte "Schule für Archivkunde, Paläografie und Diplomatik" eingerichtet worden ist.

Die Lehrgänge dieser Schule dienen in erster Linie der Aus- und Weiterbildung der in den Staatsarchiven tätigen wissenschaftlichen Mitarbeiter, stehen zugleich aber auch Archivaren anderer Behörden (Gemeinden, Länder, Regionen), sowie allen Interessierten im Rahmen der verfügbaren Plätze (für Bozen gilt eine Begrenzung auf 15 Teilnehmer) offen.

Bedingungen für die Zulassung zum Lehrgang sind Oberschulabschluss und das Bestehen einer schriftlichen Aufnahmeprüfung, die in der Übersetzung eines mittellateinischen Textes und in einem Test besteht, in dem die Eignung der KandidatInnen für den Umgang mit historischem Quellenmaterial erhoben wird. Die Ergebnisse dieses Aufnahmetests werden gegebenenfalls auch für die Festlegung der 15 zugelassenen TeilnehmerInnen (numerus clausus) verwendet.

Ein Lehrgang dauert zwei Jahre (Unterricht einmal wöchentlich 4 Stunden, von Anfang November bis Ende Juni), Unterrichtssprache ist Italienisch. Es herrscht Anwesenheitspflicht, die Zulassung zum zweiten Jahr bzw. zur Abschlussprüfung ist nur möglich, wenn der/die TeilnehmerIn in mindestens 5/6 der Unterrichtsstunden anwesend war.

Die Abschlussprüfung besteht aus zwei schriftlichen (Archivkunde und Urkundenlehre) und einer mündlichen Prüfung. Im Falle eines positiven Abschlusses erhalten die TeilnehmerInnen das "Diplom für Archivkunde, Paläografie und Diplomatik".


Lehrgang 2016-2018

I. Hauptfächer

    Archivkunde
    Institutionengeschichte
    Paläografie/Urkundenlehre

II. Zusätzliche Unterrichtseinheiten

    Siegelkunde
    Deutsche Paläografie
    Konservierung und Restaurierung von Archivmaterial
    Anlegung und Betreuung eines Archivs
    Präsentation von Erschließungsprojekten


Der Unterricht findet von Anfang November bis Ende Juni an jedem Montagnachmittag statt. Im Frühjahr 2017 werden einige Unterrichtseinheiten am Donnerstag in Trient stattfinden. Unterrichtssprache ist italienisch. Wer nach zwei Kursjahren die Abschlussprüfung besteht, erhält das Diplom in Archivkunde, Paläographie und Diplomatik.
Voraussetzung für die Aufnahme: Oberschulabschluss und Lateinkenntnisse.
Aufnahmegesuch: Das Gesuch ist auf Stempelpapier (€ 16,00) bis Montag, 17. Oktober 2016, im Staatsarchiv persönlich (Montag und Donnerstag: 8.30—16.30 Uhr; Dienstag, Mittwoch und Freitag 8.30—13.00 Uhr) oder per Post einzureichen. Wird das Gesuch mit der Post gesendet, muss eine Fotokopie des Identitätsausweises beigelegt werden.
Die Lateinkenntnisse werden in einer Aufnahmeprüfung ermittelt (Übersetzung eines lateinischen Dokuments aus dem Mittelalter, 11.-15. Jh., Fragen in Quizform). Dabei werden die Fähigkeiten der KandidatInnen im Umgang mit historischem Quellenmaterial geprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung gilt auch als Kriterium für die Anwendung des numerus clausus (15).

Die Aufnahmeprüfung wird am Freitag, 21. Oktober 2016, um 9.00 Uhr am Sitz des Staatsarchivs in der Diazstr. 8 stattfinden.

Empfohlene Texte für die Vorbereitung der Aufnahmeprüfung: Paulus Diaconus, "Historia Langobardorum", sowie Editionen von mittelalaterlichen Quellen, beispielsweise der "Codex Wangianus", bearb. von Emanuele Curzel und Gian Maria Varanini.

Für die Rechtsgeschichte werden die an Oberschulen verwendeten Schulbücher zur Bürgerkunde empfohlen.

Was die Kenntnis zur Lokalgeschichte betrifft, genügen die Kenntnisse grundlegender Ereignisse, wie sie zum Beispiel im von der Südtiroler Landesverwaltung herausgegebenen "Südtiroler Handbuch" dargestellt werden.

Gesuchsformular zum Download.